Dienstag, 22. November 2011

mit viel fröhlichkeit in den südosten der türkei - wir haben, mal wieder, alles richtig gemacht!!

merhaba ihr lieben, ja ich weiß...ich hab mich schon eine ganze weile nicht gemeldet! aber in der zwischenzeit ist sooo viel passiert. neben der unausweichlichen vorbereitungszeit sämtlicher midterms, die hier ziemlich populär sind, haben wir unsere religiösen ferien mit viel fröhlichkeit in dem schönen gaziantep verbracht. (leider ist meine fototechnische ausstattung diesbezüglich sehr schlecht, da meine kamera oft nicht so wollte wie ich)
diese besagten ferien nennen sich BAYRAM und sind, was die bräuche angeht, noch ziemlich traditionell. während unseres trips haben wir also eine ganze reihe tierknochen und blutige abflüsse gesehen. aber das nur am rande.
gestartet sind wir an einem sonntag mittag vom asti - sozusagen dem ZOB von ankara. ungefähr 9 stunden entspannter busfahrt lagen vor uns


zum teil unter wunderbaren bedingungen. doch unser busfahrer hatte eine sehr gutes management von rauchen, trinken, telefonieren, fahren und plaudern. dank unseres wunderbaren ausblicks konnten wir uns also nicht beklagen


endlich in gaziantep angekommen, sind wir gleich fix zum hotel, welches nur ein kleines französisches gespräch mit dem taxifahrer entfernt war. multikulti!



hier eine klitzkleine impression unseres unbehehizten zimmers.
ich hab auch das bad fotografiert...aber das mitlerweile selber zensiert:)

aber es hat für uns gereicht. wir waren eh die meiste zeit unterwegs und erasmus machte uns hart!
gut ausgeruht auf zu neuen taten!



dieses foto entstand  am nächsten morgen. nach einem unheimlich ausgedehnten urlaubsfrühstück aus weißbrot, gurken, tomaten und allerlei aufstrich in kleinen döschen haben wir den ritt in die große stadt gewagt.

frau simon war mal wieder viel zu warm angezogen, aber wie sagte schon herr simon senior: was für kälte gut ist, ist auch für wärme gut! gefroren hab ich nie:)

also auf nach Şanlıurfa. eine herrlcihe stadt mit allerlei traditionell gekleideten damen, einer wunderbaren altstadt und reichlich beeindruckenden impressionen. 

 besonders wundervoll war auch in dieser stadt wieder die straßenkultur. die leute sind alle, wie selbstverständlich auf den straßen, essen ab und an was und kommunizieren den neusten tratsch (soweit wir das beobachten konnten)
man muss aber dazu sagen, dass die ja auch alle feiertag hatten, sich also dem lockeren leben in aller ruhe hingeben konnten.


darüber hinaus waren wir nicht die einzigen reisenden. fast stündlich wurden wir von jüngeren türken auf unsere herkunft und unsere absichten angesprochen. diese waren sicher froh, mal ein wenig ihr englisch aufzubessern -wir halfen viel und gern:)



bekannt ist sie unter anderem für einen heiligen teich in dem lauter karpfen schwimmen. wer einen dieser karpfen schlachtet und isst, erblindet daran. also finger weg von heiligen karpfen!!!




--> das erklärt wiederum meinen skeptischen blick














und hier noch einmal das gute stück in voller größe.


opa otto: du wärst im paradies:)






sämtliche sehenswürdigkeiten älteren semester befinden sich hier innerhalb eines relativ kleinen und abgeschlossenen areals. was uns die orientierung unheimlich erleichterte.






so zogen wir weiter um die geburtshöhle von abraham (abraham! sprach bebraham, kann ich mal den cebra ham? ^^) zu besichtigen






eine art unerwarteter schickzustand überkam uns...
nicht nur, dass diese höhle unheimlich klein und schmucklos war, es gab auch noch 2 eingänge. den linken nutzen wir und kinder. nach meiner orientierung war dieser bereich der höhle der größere und imposantere, aber denoch unheimlich schlicht. bemerkenswert waren die traditionell gekleideten damen, die mit blutigen fingerkuppen beteten. leider haben wir es nicht geschafft dieses mysterium aufzuklären, vlt exisitert allerdings ein zusammenhang zu bayram.


haben wir das also auch erledigt









später schauten wir uns noch die riesige moschee (von außen) an
flanierten den riesigen vorplatz entlang...

















...und entschieden uns später auch einmal das castle hinauf zu wandern.

eine alte ruine, deren aufsteig mit allerlei straßencafés und shishabars angereichtert war


oben angekommen erwartete uns dann ein herrlich aufgeräumter friedhof
 und ein sagenhafter blick über die stadt bei sonnenuntergang.
wir haben, mal wieder, alles richtig gemacht!!
nach einer pasabalen fahrtzeit im komfortablen bus zurück nach gaziantep hat nur noch das bett und ein nahrhaftes frühstück am nächsten morgen auf uns gewartet.


den zweiten tag verbrachten wir getrennt. jenny und ich, die gurken-invaliden-truppe, haben uns auf den weg nach birecik gemacht um endlich mal den euphrat zu sehen.
der euphrat bei herrlichstem wetter
ach war das ein schönes gefühl!
hätte ich damals im geschichtsunterricht der fünften klasse gewusst, dass ich mit 22 mal in den euphrat spucken würde, hätte ich wahrscheinlich besser aufgepasst






wir zwei genossen den tag unheimlich. 
endlich mal ein urlaubstag, ganz ohne studentische verflichtungen oder touristischen erfahrungsdruck




diese stadt hat zwar um die 300.000, einwohner, doch diese befanden sich wohl vornhemlich in ihren häusern. 
mehr noch sahen wir die überreste der opferfeste. aber das gehört dazu











für mich war es eine besondere erfahrung zu sehen wie die einheimischen auf mich reagieren. scheinbar verirrt sich nur sehr selten ein tourist in diese region, sodass manche leute extra stehen blieben um mich (bzw. meine blonden) haare zu observieren. 
dabei waren aber alle sehr höflich und zuvorkommend











hier seht ihr den ausblick über die stadt. den osten der türkei, wie man sich ihn vorstellt.




enge gassen, verschleierte frauen, viele, viel motorräder und wer hätte das gedacht? ...










 "türk traktör"




rené, ich höre dein herzlein schlagen:)









dennoch entschieden wir uns noch ein dörfchen weiterzuziehen. 


- der entscheidungsprozess...

während wir warteten haben uns die dolmusfahrer sandalye (stühle) hingestellt, sodass wir wieder fantastische 20minuten voller sonnenschein und entspannung erleben konnten






laut reiseführer sollte es in halfeti guten fisch (, der nicht blind macht) aus dem euphrat geben und man kann unvergleichliche kulturelle eindrücke gewinnen. also rein in den völlig überfüllten dolmus, in dem die touristen wohl bevorzugt behandelt werden




so, und jetzt kommts:


als plötzlich der dolmus hielt -irgendwo im nichts- und wir aussteigen mussten, war unsere idylle kurzzeitig gestört.


ein ort der größe der gaserei hat uns mit offenen armen empfangen. eine tankstelle, viele knochen, ein supermarkt und ein lokal waren wohl das einzige, was yeni halfeti (neu) zu bieten hat. unser ursprünglicher plan war wohl eski halfeti (alt), doch, nunja....wer weiß ob sich hier jemals wieder ein dolmus hinverirrt? 


also blieben wir hier und speisten wie die königinnen




endlich mal schön, saftiges hähnchen, inklusive einem unsagbar frischen salat und allerlei getränken für die zwei exoten


wir wurden von ungefähr  10 herren bedient, die sich auch gern noch überschlagen hätten


ach war das schön für die seele!


...bis wir das lokal verließen und ausschau nach einem dolmus hielten. 
tja, europäische naivität:  diese fahren nämlich nur bis zum sonnenuntergang. der war zwar grad erst rum, aber damit floßen uns auch die fälle davon.
unser wirt hatte allerdings ein großes herz und hat uns kurzerhand ein priovattaxi arrangiert.


mit herzrasen und offenem blick ob bald straßenschilder mit arabischen zeichen auftauchen werden, überließen wir uns unserem schicksal.
 


nach einem kurzen, furchteinflößenden stopp mit einem uralten auto, inklusive altem, ausschließlich türkisch sprechenden, fahrer an einer tankstelle, an der wir wiedereinmal vortrefflich mit wasser versorgt wurden... ging die aufregung weiter. gefühlte drei stunden. doch dem fahrstil des herrn nach zu urteilen, waren es lediglich 20 minuten. währenddessen schrieb ich, mitten im nichts der türkei, ungefähr 10mails an alle, die mich kennen um nette stimmung zu verbreiten...

schließlich mussten wir noch ganz dringend ein foto mit dem herren machen, der sich während der fahrt wunderbar mit uns unterhielt (wir haben immer abwechselnd evet -ja und hayir -nein genantwortet) 

...also wiedereinmal: alle aufregung umsonst:)



 zurück in birecik, gleich in den dolmus nach gaziantep und rein in eine kleine pastanesi um endlich den sagenumwobenen baklava von gaziantep zu testender soll hier nämlich doppelt so hoch sein wie in der restlichen türkei und darüber hinaus auch am besten schmecken.


was ich nur bestätigen kann!


der pistazienanbau scheint in dieser region, den riesigen plantagen nach zu urteilen, auch ein gewaltiger wirtschaftszweig zu sein.


darüber hinaus probierten wir auch gleich noch künefe. eine art käse-süßspeise, die innerhalb dieses tellers quasi gebraten bzw in süßem rosenwasser gekocht wird. eine verrückte käse-zucker-mischung.





der nächste tag hielt nicht mehr sooo viel aufregung bereit. ein herrlicher kaffee im mado, was übrigens eine große kaffeehauskette in der türkei ist.

so schlenderten wir endlich auch mal durch gaziantep, shoppten viel, aßen ebenso sagenumwobenen kebab...









und besuchten den riesigen basar.

hier gab es alles, was das damenherz begehrt. schmuck jeglicher sorte und art. allerlei süße spezialitäten und natürlich pistazienkaffee. wieder so eine spezialität, die allerdings diesmal mehr polarisert.

für mich der himmel, für den rest eher abstoßend.


jedoch handelt es sich dabei nicht wirklich um kaffee...eher eine art heiße schokolade mit pistaziengeschmack. ein wunderbarer abschluss der reise!

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